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Hochqualitative Weiterbildung für Frauen
Hochqualitative Weiterbildung sollte umfassend auf die speziellen Bedürfnisse, Interessen und Voraussetzungen von Frauen eingehen. Beurteilungskriterien für die Qualität von Weiterbildungsangeboten im Hinblick auf die Teilnahme von Frauen sind deshalb in allen Bereichen dieser Website berücksichtigt worden.

Leider werden die Lebenssituationen, die Lebensläufe, die Berufserfahrung, die Lernbedürfnisse, das soziale Verhalten, die Wünsche und die Interessen von Frauen abseits von reinen „Frauenangeboten“ noch viel zu selten in die Gestaltung von Bildungsangeboten einbezogen. Wir haben uns daher entschlossen, dem Thema eigenen Platz einzuräumen und an dieser Stelle die über die „allgemeinen“ Anforderungen hinausgehenden frauenspezifischen Qualitätskriterien gesondert zu listen.

1 Die Bildungseinrichtung
  • Was ist der Bildungsauftrag der Einrichtung? Eher emanzipierend oder konservativ? Wer ist die Zielgruppe (Männer, Frauen oder beide Geschlechter? Welches Bildungsniveau und welche Ansprüche an die Bildungsinhalte werden erwartet)? 
  • Welches Selbstverständnis hat die Bildungseinrichtung bezüglich der Weiterbildung von Frauen? Wird diese explizit gefördert oder ist sie „kein Thema“?
  • Hat die Bildungseinrichtung Erfahrung mit der Weiterbildung von Frauen? Wie lange schon?
  • Entspricht das Angebot den bildungspolitischen Zielen zur Frauenförderung, d. h. Frauen in technische Berufe, Wiedereingliederung von Frauen nach der Familienphase, Frauen in leitende Positionen etc.? 
  • Werden spezielle Zielgruppen angesprochen (arbeitslose Frauen, Wiedereinsteigerinnen, Ausländerinnen, arbeitslose Akademikerinnen, Schul- und Studienabbrecherinnen, Sozialhilfeempfängerinnen, Frauen in nicht-traditionellen Berufen, Managerinnen und leitende Angestellte etc.)?
2 Kursinformation/Werbung
  • Wendet sich das Werbe- und Informationsmaterial auch an Frauen?
  • Sind die Texte geschlechtergerecht formuliert (d. h. eine geschlechtsspezifische Schreibweise; Nennung von Frauen; kein „generisches“ Maskulin, d. h. die männliche Form steht auch für Frauen)?
  • Bieten Text und verwendetes Bildmaterial eine ausgewogene Repräsentation der Geschlechter oder werden Geschlechterstereotype bedient (z. B.: Frauen als Sekretärinnen – Männer als Chefs)?
  • Verwendet das Informations- und Werbematerial einen schwer verständlichen (technischen) Fachjargon oder allgemein verständliche Formulierungen? 
    Hinweis: Frauen lassen sich durch Fachwörter leichter abschrecken als Männer, die zwar oft die gehörten Begriffe auch nicht kennen, aber – gerade im technischen Bereich – größeres Selbstvertrauen mitbringen.
  • Werden Frauen explizit eingeladen, an dem Bildungsangebot teilzunehmen?
  • Wird das Informationsmaterial so verbreitet/aufgelegt, dass es auch Frauen leicht zugänglich ist?
3 Persönliche Beratung und Information unter frauenspezifischen Gesichtspunkten
  • Gibt es eine spezielle Karriere- und Berufsberatung für Frauen?
  • Können auch Fragen der Vereinbarkeit mit der Mehrfachbelastung von Frauen – d. h. Betreuungspflichten, Haushalt und Job – besprochen werden?
  • Werden Bildungsinteressierte auch zu nicht geschlechtstypischen Angeboten ermutigt? 
  • Werden Frauen zu nicht-traditionellen (eventuell technischen), höherwertigen und aussichtsreichen Bildungsangeboten ermutigt? 
    Hinweis: Die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und Aussichten ist bei Frauen meist geringer als bei Männern.
  • Wer führt Kursberatungen und Informationsveranstaltungen durch? Sind dies sowohl Männer als auch Frauen? (Gibt es bei technischen, nicht traditionell weiblichen Angeboten auch weibliche Auskunftspersonen/Beraterinnen, oder macht das ein männlicher Trainer, der hauptsächlich Männer anspricht?
4 Zugang
  • Ist der Zugang zur Bildungsmaßnahme der jeweiligen Frauenzielgruppe angepasst?
  • Gibt es niederschwellige Angebote (d. h. Angebote, die die Schwellenangst der Teilnehmerinnen überbrücken; z. B. durch bagatellisierende Kursnamen und speziell einfach vermittelte Inhalte – nicht „Webdesign“ sondern „Spaß mit dem Internet“) für bildungsferne Frauen?
  • Gibt es (v. a. im technischen Bereich) Vorqualifizierungen für Frauen für „höherwertige", längerfristige Ausbildungen? 
    Hinweis: Frauen haben wesentlich seltener als Männer einen technischen Abschluss und bringen daher nicht so oft die nötigen Voraussetzungen für einen Kursbesuch mit.
5 Erreichbarkeit
  • Ist die Bildungseinrichtung gut erreichbar? Auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln? 
    Hinweis: Frauen verfügen seltener als Männer über ein Auto/das „Familienauto“.
  • Wird bei Bedarf (v. a. in ländlichen Regionen wichtig) ein Transfer zur Bildungseinrichtung organisiert?
6 Zeit und Dauer
  • Gibt es ein zeitlich abgestimmtes Angebot für Personen mit Kinderbetreuungspflichten (Berücksichtigung von Schul- und Kindergartenzeiten, Teilzeitkurse, Module, Berücksichtigung von Ferien, Fernunterricht/„e-learning“ für Frauen)?
  • Gibt es auch modulare Angebote, d. h. kleine in sich abgeschlossene Einheiten? 
    Hinweis: Frauen können sich aufgrund ihrer Mehrfachbelastung bzw. geringerer finanzieller Mittel oft nicht langfristig an einen Kurs binden und wählen deshalb eher kurzfristige, schnell verwertbare Aus- und Weiterbildungen. Damit sind sie in „höherwertigen“, aussichtsreichen, länger dauernden Angeboten unterrepräsentiert. Durch modulare Angebote könnten Frauen „stückchenweise“ auch umfassendere Qualifikationen erwerben.
7 Kinderbetreuung
  • Wird Kinderbetreuung angeboten? Auch für Kurse, die nicht traditionell als „Frauenkurse“ konzipiert sind? 
    Hinweis: Auf Frauen lastet nach wie vor das Gros der Betreuungspflichten.
  • Wenn keine Kinderbetreuung angeboten wird: Werden Personen mit Betreuungspflichten bei der Suche nach einer geeigneten Betreuung unterstützt?
  • Gibt es eine „Notfallbetreuung“ für die Kinder von Seiten der Bildungseinrichtung? 
8 Kosten
  • Gibt es Ermäßigungen oder spezielle Förderungen für Frauen? 
    Hinweis: Frauen verfügen durchschnittlich über geringere Einkommen als Männer. Außerdem sind sie seltener arbeitslos gemeldet und kommen z.T. nicht ihrem Bedarf entsprechend in Schulungsmaßnahmen des AMS.
  • Werden Frauen, entsprechend ihrer sozialen Situation gestaffelte, einkommensabhängige Kursgebühren angeboten?
  • Werden Interessentinnen über alternative oder ergänzende Finanzierungsmöglichkeiten aufgeklärt und beraten?
9 Inhalte
  • Bei beruflicher Weiterbildung: Wird auf besondere Probleme der Frauen am Arbeitsplatz eingegangen (sexuelle Belästigung; arbeitsrechtliche Fragestellungen, Aufstiegschancen, Vereinbarkeit von Familie und Beruf)?
10 Welche didaktischen Methoden werden verwendet?
  • Bauen die Methoden auf Erfahrungen und Zielen der Teilnehmenden auf? (Werden die Teilnehmenden „dort abgeholt, wo sie sind“?) 
    Hinweis: So wird die unmittelbare Relevanz des Lernprozesses für die (private, berufliche etc.) Praxis der Teilnehmenden sichergestellt.
  • Stehen kommunikative Elemente im Vordergrund (z. B. Kleingruppenarbeit, Rollenspiel, Erfahrungsaustausch)?
  • Wird ressourcenorientiert gearbeitet („was wir schon können“) anstatt defizitorientiert („was wir noch nicht können“)?
    Hinweis: Ressourcenorientiertes Arbeiten kommt der oft geringeren Selbsteinschätzung von Frauen bezüglich Fähigkeiten und Kompetenzen entgegen.
  • Verbinden die Methoden die Theorie mit der Praxis? 
  • Wird das selbstständige Arbeit gefördert (z. B. mittels Projektunterricht)?
  • Wird das Selbstbewusstsein von Frauen gestärkt?
  • Wird Fachjargon zugänglich gemacht (v. a. im technischen Bereich)?
  • Bieten die Methoden einen integrativen Bildungsansatz (d. h.: keine Trennung zwischen allgemeiner, beruflicher und Persönlichkeitsbildung; Geist, Gefühl und Sinne werden angesprochen)?
  • Werden die Teilnehmenden ermutigt, Fragen zu stellen? 
  • Lässt die Beschreibung des Angebotes auf eine angst- und stressfreie Lernatmosphäre schließen? 
    Hinweis: Frauen haben noch immer größere Barrieren zu überwinden, einerseits ein Bildungsangebot in Anspruch zu nehmen, andererseits sich während des Kurses ihren Interessen und Bedürfnissen gemäß einzubringen.
11 TrainerInnen
  • Haben die TrainerInnen Erfahrung in der Weiterbildung von Frauen?
  • Sind die TrainerInnen in geschlechtssensibler Didaktik geschult?
  • Können sie auf verschiedene Zielgruppen eingehen (z. B. der Umgang mit reinen Frauengruppen, bzw. geschlechtssensible Didaktik in gemischtgeschlechtlichen Gruppen)?
  • Wie ist das Verhältnis Trainerinnen zu Trainern? Gibt es weibliche Trainerinnen für männerdominierte Bereiche (d. h. Frauen mit einer Vorbildfunktion) und vice versa?
  • Gibt es für manche Kurse auch reine Frauengruppen mit einer Trainerin? 
    Hinweis: In gemischtgeschlechtlichen Gruppen dominieren für gewöhnlich Männer.
  • Gibt es bei gemischtgeschlechtlichen Angeboten für bestimmte Lerninhalte auch getrenntgeschlechtlich abgehaltene Einheiten, in denen das unterschiedliche Lernverhalten berücksichtigt wird?
12 Unterrichtsmaterialien
  • Sind die Texte geschlechtergerecht formuliert (d. h. eine geschlechtsspezifische Schreibweise; Nennung von Frauen; kein „generisches“ Maskulin, d. h. die männliche Form steht auch für Frauen)?
  • Bieten Text und verwendetes Bildmaterial eine ausgewogene Repräsentation der Geschlechter oder werden Geschlechterstereotype bedient? (z. B.: Frauen als Sekretärinnen – Männer als Chefs)?
13 Evaluierung
  • Wird die (pädagogische, inhaltliche etc.) Qualität auch nach frauenspezifischen Kriterien kontrolliert (z. B. mittels TeilnehmerInnenbefragung oder im persönlichen Gespräch)?
  • Werden Evaluierungsergebnisse für die Verbesserung und Weiterentwicklung des Angebots genutzt?
14 Verwertbarkeit
  • Ist eine berufliche Verwertbarkeit der Qualifikationen für Frauen gegeben?
  • Eröffnen die Bildungsziele den Frauen bessere bzw. neue Perspektiven im Beruf (z. B. ein erweitertes Spektrum der Berufstätigkeit, Umstiegs- oder Aufstiegsmöglichkeit, den Schritt in die Selbständigkeit)?
15 Kurse zum Berufs(wieder)einstieg
  • Gibt es ein geschlechtsspezifisches Bewerbungstraining (auch zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf)?
  • Gibt es Praktika für Frauen? Auch in nicht-traditionellen Bereichen? (Wird der Abbau von Vorteilen und von Hemmungen der Betriebe, Frauen einzustellen, unterstützt? 
  • Sind diese Praktika gut vorbereitet und werden sie professionell begleitet?
  • Werden Frauen zur Weiterqualifizierung ermutigt? 
    Hinweis: Frauen wählen oft Bildungsangebote, die schnelle berufliche Verwertbarkeit versprechen, längerfristig aber keine Perspektive (niedriges Einkommen, keine Aufstiegsmöglichkeiten) bieten.
  • Wird der Berufseinstieg begleitet? (Gibt es z. B. ein Coaching oder ein Mentoring?)
Eine PDF-Version dieses Artikels finden Sie hier.

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